SARS-CoV-2 erhöht die hitzebedingten Todesfälle

Aufmerksamen Leserinnen ist natürlich nicht entgangen, dass wir in KW33 eine Übersterblichkeit in vielen Ländern registriert haben. Zum Beispiel in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich. Für Italien fehlen leider die Daten, in Spanien ist aufgrund der latenten Übersterblichkeit grundsätzlich etwas ungeklärt und in Schweden wurde in KW33 keine Übersterblichkeit registriert. Eine Forschungsgruppe hat dabei herausgefunden, dass generell in Italien der Effekt dieser Hitzewellen am stärksten ausgeprägt ist. Zudem sind moderat kalte und moderat warme Länder stärker betroffen als Länder mit deutlich kaltem oder deutlich warmem Klima.

Um diese Übersterblichkeit zu verstehen, betrachten wir die Altersgruppen. Gibt es Unterschiede zwischen den Altersgruppen oder sind alle gleichermassen davon betroffen?
Da Deutschland den markantesten Ausschlag bei KW33 zeigt, vergleichen wir die Altersgruppen von Deutschland. In der Altersgruppe von 0-29 Jahren erkennen wir keine Übersterblichkeit. Vom Alter 30 und aufwärts erkennen wir die typische Übersterblichkeit von KW33. Dabei gilt: Je älter, desto höher die Übersterblichkeit. Daraus lässt sich schliessen, dass es sich um eine altersbedingte Sterblichkeit handeln muss.
In Deutschland ist nur die Altersgruppe 80 Jahre plus markant von COVID-19 Todesfällen betroffen. Da wir in KW33 eine Übersterblichkeit in allen Altersgruppen ab 30 Jahren feststellen, können wir Corona als Hauptursache ausschliessen.
Gemäss destatis, liegt der Grund der Übersterblichkeit an der Hitzewelle. «Hier lagen die Sterbefallzahlen 20 % über dem Durchschnitt. Dieser ist von zeitlich unterschiedlich verlaufenden Hitzeperioden der Vorjahre beeinflusst.» Somit liegt der dringende Verdacht nahe, dass die Hitzewelle die Übersterblichkeit ausgelöst hat, was auch in diesem Beitrag thematisiert wurde.

Es könnte nun sein, dass a) Personen welche bereits mit SARSCoV2 infiziert sind, noch anfälliger auf eine Hitzewelle sind. Diese Hypothese wird durch die folgende Forschungsarbeit unterstützt. Die Resultate zeigen, dass «excess deaths during heat waves 1) occur predominantly in older individuals and 2) are overwhelmingly cardiovascular in origin.» Übersetzt bedeutet dies, 1) Hitzetote sind überwiegend ältere Personen und 2) basieren überwiegend auf Herzkreislaufschwäche oder dem Versagen des Herzkreislaufsystems. Wir wissen, dass COVID-19 das Herzkreislaufsystem stark beansprucht und schwächt. Damit ist die Hypothese a) sehr überzeugend und erklärt die erhöhte Übersterblichkeit mit einem additiven Effekt von COVID-19 und der Hitzewelle.
Oder Hypothese b): Durch die massiven Pandemiemassnahmen, wird eine Untersterblichkeit generiert, welche dann dazu führt, dass mehr geschwächte Menschen länger leben (was wunderschön ist). Die geschwächten Menschen sind zwar geschützt vor SARSCoV-2 aber leider nicht vor einer Hitzewelle. Dies führt dann dazu, dass überproportional viele Menschen an einer Hitzewelle sterben. Dies wäre insofern verstörend, da man mit grossem Aufwand und grossem Verzicht, genau diese Menschenleben schützt, welche dann durch eine Hitzewelle sterben. Ob nun Hypothese a), b) oder beides korrekt ist muss die Wissenschaft zeigen.

Grundsätzlich gilt, dass je grösser die Altersgruppe 80 Jahre plus wird, desto markanter werden sich absolute Todesfälle durch eine Hitzewelle ausbilden. Wir haben in einem früheren Beitrag bereits aufgezeigt, dass im Vergleich die Altersgruppe 80 Jahre plus in Deutschland am stärksten ansteigt. In den letzten fünf Jahren ist diese Altersgruppe um ca. 17% angestiegen. Der Anstieg dieser Altersgruppe (Überalterung) hat offensichtlich zur Folge, dass die absoluten Todesfälle durch altersbedingte Ursachen zunehmen werden. Diese Ursachen sind z.B. Hitze- und Grippewellen, Pandemien oder eine Kombination davon.

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