Auf Spurensuche

Im heutigen Beitrag möchten wir uns auf Spurensuche begeben. Wir wollen die Todesfälle während den Grippewellen 2018 in Deutschland und 2015 in der Schweiz betrachten. Wie gewohnt werden wir versuchen Parallelen und Unterschiede zur Corona Epidemie zu finden, um Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Daten beider Länder und Jahre (schwarz) wurden in das uns bekannte Diagramm eingefügt, damit wir uns schnell zurecht finden (s. unten). Was sofort auffällt, beide Länder sind in verschiedenen Jahren unterschiedlich stark von der Grippewelle betroffen. Dies bestätigt wiederum unsere Schlussfolgerung aus dem Vergleich mit Schweden, dass sich Grippewellen in verschiedenen Ländern unterschiedlich auf die Todesfälle auswirken. Also ist es zulässig zu sagen, dass sich die COVID-19 Pandemie in verschiedenen Ländern unterschiedlich auf die Todesfälle auswirkt.

Grippewelle 2018 in Deutschland

Grippewelle Deutschland 2018

Zuerst betrachten wir uns die Grippewelle in Deutschland. Dort erkennen wir: 1) Die Übersterblichkeit während der Grippewelle startet früher und ist während ca. 10 Wochen über dem Durchschnittswert. 2) In Deutschland starben mehr Personen während der Grippewelle im Jahr 2018 als 2020. Dies ist insoweit interessant, als wir immer wieder feststellen, dass nach einem Jahr mit einer starken Grippewelle, eines mit weniger Todesfällen folgt. Dieser Sachverhalt könnte dazu beitragen, dass wir in Deutschland, nur zwei Jahre nach einer schweren Grippewelle, jetzt weniger Todesfälle registrieren. Dieser Umstand beruht darauf, dass Personen mit einem schwächeren Immunsystem eher einer schweren Grippe erliegen. Somit gibt es im Folgejahr weniger Personen mit einem geschwächten Immunsystem, welche sterben könnten, was zu weniger Todesfällen im Folgejahr führt (vergleiche auch Schweiz 2015 und 2016).

Grippewelle 2015 in der Schweiz

Grippewelle Schweiz 2015

In der Schweiz sieht der Ablauf etwas anders aus. Die Grippewelle 2015 erreicht nicht die Sterberate, wie bei Corona in KW14. Jedoch dürfen wir uns davon nicht täuschen lassen, denn die Sterberate fällt schnell wieder zurück auf den Durchschnittswert, vielleicht auch wegen den Massnahmen. Oder aber das SARS-CoV-2 ist so hoch ansteckend, dass sich mehr Personen in kürzerer Zeit infizieren, deshalb sterben in kürzerer Zeit mehr Personen. Dies verleitet dann das ungeschulte Auge dazu, anzunehmen, dass mehr Personen an Covid-19 sterben als während einer schweren Grippewelle. Diesen Irrtum konnten wir dank unserer einfachen Analyse widerlegen. Die schwere Grippewelle 2015 war weniger ansteckend, daher zeigt diese einen geringeren Anstieg der Todesfälle pro Woche. Jedoch hielt diese Grippewelle länger an, was die erhöhte Sterblichkeit für 2015 im Vergleich zu 2020 erklärt.
Ob nun die Todesrate im Jahr 2020 aufgrund der Massnahmen so schnell abfiel oder eben wegen der erhöhten Ansteckung, werden wir in den nächsten Monaten erfahren. Es ist doch verwunderlich, dass wir bereits ab KW29 eine Untersterblichkeit registrieren, trotz anhaltender Ansteckungen. Es könnte darauf Hinweisen, dass u.U. aufgrund der hohen Infektiosität von SARS-CoV-2 der Zyklus, wie oben bei Deutschland beschrieben, verkürzt ausfällt.
Etwas ganz Spannendes können wir erkennen, wenn wir die Jahresanfänge 2020 beider Länder vergleichen. Wir erkennen sofort, dass die Sterberate für beide Länder über mehrere Wochen unter dem Durchschnittswert bleibt (in der Schweiz und Deutschland sogar Untersterblichkeit). Dies trägt dann wiederum zum steilen Anstieg der Sterberate während den Anfängen der COVID-19 Pandemie bei.

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