Österreich vom Musterschüler zum …

Bevor wir in die Thematik einsteigen, möchte ich nochmals darauf Hinweisen, dass die Zahlen aus Deutschland und Österreich nur bis Dezember 2018 finalisiert sind. Die Zahlen von 2019 und 2020 sind vorläufig und noch nicht final.
Nun zum Thema, in der Presse wurde Österreich zum Musterschüler auserkoren, was die schnelle Reaktionszeit und Umsetzung der Massnahmen bezüglich Eindämmung der SARS-CoV-2 Pandemie betrifft. Um herauszufinden, ob dieses beherzte Handeln den erhofften Effekt mit sich brachte, vergleichen wir die gesamt Todesfälle aus Österreich mit der Schweiz und Deutschland. Die letzten zwei Länder verhielten sich eher zögerlich und wurden dafür auch getadelt.

Wenn wir die Bilder oben betrachten, fällt sofort auf, dass wir diese Zahlen nicht miteinander vergleichen können. Was wir aber dürfen, ist die aktuellen gesamt Todesfälle mit den vergangenen Jahren vergleichen. Dabei würden wir erwarten, dass der Musterschüler Österreich besser abschneidet als die zwei anderen Kandidaten. Die statistische Analyse mit ANOVA hat ergeben, dass es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Jahren gibt. Jedoch sehen wir, dass in Deutschland und der Schweiz das Jahr 2020 weniger, oder in etwa gleich viele Todesfälle wie in vergangenen Jahren aufweist. Wider Erwarten, zeigt Österreich leicht erhöhte Todesfälle im Vergleich zu den Vorjahren. Dies ist daher erstaunlich, weil dort die Pandemiemassnahmen und deren Umsetzung als vorbildlich deklariert wurden. Auch hier können wir die Auswirkungen der Corona-Massnahmen nicht direkt nachweisen. Es muss zudem erwähnt werden, dass der Ländervergleich nicht gänzlich unumstritten ist, wie wir bereits im Vergleich zwischen Schweden und der Schweiz festgestellt haben.
Es bleibt generell die Frage, was das Ziel der Massnahmen ist. Möchte man die Todesfälle vermeiden, möchte man die Ansteckung verhindern, oder möchte man einfach die Statistiken und Modelle bedienen?

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