Mortalitätsrate im Wandel der Zeit

Die fleissigen Leserinnen sind sich längst über die Aussagekraft der Sterberaten bewusst. Die Beweggründe dafür sind:

1. Die Todesraten sind einfach und eineindeutig zu bestimmen.
2. Die Todesraten geben Aufschluss ob Massnahmen wirkungsvoll sind.
3. Die Todesraten geben Aufschluss wie letal eine Pandemie ist.

Wenn es ein klares Ziel gibt, sogenannte KPIs (key performance indicator), sollte das Hauptaugenmerk auch auf diesen Zahlen beruhen und Konsequenzen basierend auf diesen KPIs festgelegt werden. Zumindest sollten diese Zahlen in die Entscheidungsfindung der Pandemiemassnahmen miteinbezogen werden. Denn das Retten von Leben erlaubt und toleriert jederzeit einschneidende Massnahmen, da sind wir hoffentlich alle einer Meinung.
Wir möchten in diesem Beitrag die absoluten Todesfälle aus Deutschland, Schweiz und Italien im Wandel der Zeit betrachten um weitere Schlussfolgerungen aus den aktuellen Todesraten zu ziehen.

Wenn Sie die absoluten Todesfälle der Schweiz betrachten, erkennen Sie unschwer, dass diese seit ca. 2005 steigen. Die Todesfälle pro 100 000 Einwohner sinken hingegen (s. unten). Dies bedeutet, dass die Bevölkerung eine sehr hohe und steigende Lebenserwartung hat. Das anhaltende Bevölkerungswachstum der Schweiz erklärt neben anderen Faktoren den Anstieg der absoluten Todesfälle seit 2005.

Absolute Todesfälle pro Jahr aufgeteilt nach Geschlecht Mann und Frau. Quelle: BFS

Auch die absoluten Todesfälle in Deutschland nehmen wieder zu. Diese Zunahme lässt sich auch hier durch die Zuwanderung erklären. Vergleichen Sie die Zunahme der Bevölkerung seit 2011, Sie werden erkennen, dass der vorläufige Rückgang der Todesraten pro Jahr mit der Abnahme der Bevölkerung einhergeht.

In Italien sehen wir ein anderes Bild. Das Land zeigt ein stagnierendes Bevölkerungswachstum, wenn nicht sogar ein Rückgang der Bevölkerung (s. unten). Dieser Rückgang ist gepaart mit einer erhöhten Sterberate. Die Kombination des stagnierenden Bevölkerungswachstums und erhöhter Sterblichkeit wird auf Dauer einen fatalen Einfluss auf die Gesellschaft und Wirtschaft Italiens haben.

Das Bevölkerungswachstum der drei Länder inkl. Schweden finden Sie unten in Prozenten. Dort erkennen Sie, dass Italien seit 2015 ein negatives Bevölkerungswachstum ausweist, wie Deutschland zwischen 2005 und 2011.

Schlussfolgerung

Zurück zum eigentlichen Thema. Wir haben erkannt, dass steigende Bevölkerungszahlen natürlicherweise zu steigenden Todesfällen führen. Italien ist hier eine Ausnahme, ein Land welches trotz stagnierendem Bevölkerungswachstum eine steigende Todesrate ausweist. Oder umgekehrt, Italien weist wegen der steigenden Todesraten ein negatives Bevölkerungswachstum aus. Was bedeutet dies nun für das Corona-Jahr 2020?
Wenn die Bevölkerung wächst, erwarten wir automatisch einen Anstieg der absoluten Todesfälle. Dies trifft im Moment aber nicht auf die Schweiz und Deutschland zu. Beide Länder weisen steigende Bevölkerungszahlen aus, zeigen aber im Jahr 2020 stellenweise eine unterdurchschnittliche Sterberate. Diese Untersterblichkeit ist zwar wünschenswert aber unnatürlich. Wir sollten uns bewusst werden, dass es natürlich und normal ist, dass die absoluten Todesfälle naturgemäss ansteigen, wenn die Bevölkerung anwächst. Es ist somit abnormal, wenn die absoluten Todesfälle unterhalb des Durchschnitts liegen, wie zum Beispiel in Schweden im Jahr 2019.

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