Die Askese einer Wissenschaftler/-in

Science vs. Everything Else by Wiley Miller. Quelle: https://www.gocomics.com/nonsequitur/2016/01/20

Unserer Redaktion wurde ein vielsagender Comic zugesandt. Er steht sinnbildlich für den einsamen, entsagenden und aufopfernden Weg einer Person die sich der Wissenschaft verschrieben hat (Pfeil «rechts»). Zudem versinnbildlicht er auch die gefährliche Einstellung einiger Wissenschaftler/-innen, welche für sich die einzige und korrekte Wahrheit in Anspruch nehmen.

Aber beginnen wir von vorn. Die Entscheidung eine wissenschaftliche Karriere zu verfolgen, ist mit viel Aufopferung, grossem Risiko, Einsamkeit und Aufwand verbunden. Gleichzeitig lockt kein hohes Salär oder grosses Ansehen ausserhalb der kleinen Forschungscommunity. Dies erklärt wiederum, dass sich sehr viele, sehr laut hervortun, wenn sich einmal eine Chance ergibt, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch wenn die Lauten nicht immer die Kompetenten sind. (Oder wie eine ehemalige Lehrperson zu pflegen sagte: «Die grössten Flaschen knallen am lautesten»). Das Ego darf dann aber nicht gekränkt sein, wenn sich am Ende herausstellt, dass die Wissenschaftler/-innen von der Presse nur als click-baits verwendet wurden. Dass die Presse ihre liebe Freude an dieser Epidemie hat ist unbestritten – oder hat irgendeine Leserin in diesem Jahr das Stichwort «Saure-Gurken-Zeit oder Sommerloch» einmal gelesen? Somit beobachten wir zurzeit einen regelrechten Mutualismus zwischen Medien und Wissenschaft bezüglich der Corona Pandemie. Und wir mögen es ihnen gönnen.

Zu simple but wrong (Pfeil «links»): Diese Vereinfachung ist etwas übertrieben und versinnbildlicht den Glauben einiger Wissenschaftler/-innen, die einzige Wahrheit nur für sich gepachtet zu haben. Wir müssen uns vor Augen führen, dass Wissenschaftler mit Modellen arbeiten. Diese Modelle werden verwendet um die Komplexität der Realität zu reduzieren. Damit man diese «vereinfachten» wissenschaftlichen Modelle versteht, muss man sich damit bereits Jahrzehnte beschäftigt haben. Wenn nun der rasende Reporter dies verstehen möchte, wird dieses Modell nochmals vereinfacht. Sie merken es bereits selbst: Am Ende bleibt ein so stark vereinfachtes Modell übrig, welches eben nicht mehr alle Gegebenheiten abbildet. Damit ist dieses Modell limitiert und genügt nicht mehr um alle Sachverhalte zu erklären. Nur wer Jahrzehnte mit diesen Modellen gearbeitet hat, weiss wo die Limiten und unter welchen Umständen diese Vereinfachungen zulässig sind oder eben nicht. Diese Komplexität gepaart mit vereinfachten Modellen, führt zurzeit zu grossen Missverständnissen und es stellt sich hier die Frage, ob dieser Mutualismus zwischen Medien und Wissenschaft ein Fluch oder ein Segen ist?

Denn welches Modell oder welche Wahrheit ist die Richtige? Dies werden wir erst erfahren, wenn wir die Epidemie von heute im Rückspiegel betrachten können. Wir sind überzeugt, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt, denn wie so vieles im Leben ist nicht immer alles nur schwarz oder nur weiss.

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