Gedankenanstoss aus Deutschland

Die fleissige Leserin erinnert sich bestimmt an den spannenden Beitrag «Da ist was faul im Staate Deutschland«. Dort haben wir festgestellt, dass in Deutschland seit KW33 (Hitzewelle) die absoluten Todesfälle Corona unabhängig um ca. 500 Fälle konstant über dem Durchschnitt liegen. Diese Übersterblichkeit ist überwiegend auf die Altersgruppe 80 plus zurückzuführen. Wiederum haben wir mit unserer Analyse gezeigt, dass eben diese Altersgruppe in den letzten fünf Jahren um ca. 15% angestiegen ist. Dieser Anstieg erklärt dann auch eine natürlich erhöhte Sterblichkeit.

Mittlerweile und zwar ziemlich zügig veröffentlichte das statistische Bundesamt eine Medienmitteilung zu unserer Entdeckung. Sie halten darin fest, dass die oben erwähnte Übersterblichkeit nicht auf Corona oder die Pandemie zurückzuführen ist.
«Im Vergleich zu den Vorjahresmonaten steigen die Sterbefallzahlen im September seit dem Jahr 2015 durchgängig an. Saisonale Einflüsse wie Grippe- oder Hitzewellen sind für diesen Monat nicht typisch. Ohne diese Effekte ist vor allem der steigende Anteil älterer Menschen als Hauptursache für die kontinuierliche Erhöhung der Sterbefallzahlen naheliegend.«
Die Berechnung des statistischen Bundesamt ergibt dann auch, dass eine Zunahme von 10% der Todesfälle auf eine natürliche Überalterung zurückzuführen sei.
 «… (+3 924 Fälle oder +10 % gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019). Die Sterbefallzahlen der unter 80-Jährigen sind hingegen zurückgegangen (-703 Fälle oder -2 %).»

Diese Zahlen sollten nun zum Denken anstossen. Stellen Sie sich vor, dass ein Anstieg der 80 plus Altersgruppe von 15% einen natürlichen Anstieg der Todesfälle um 10% nach sich zieht. In der Schweiz beträgt dieser Zuwachs 20% dh., dort wäre dann ein Anstieg der Gesamttodesfälle um ca. 13% (~ +500 Todesfälle) zu erwarten. Mittlerweile wissen wir jedoch, dass solche Ländervergleiche ohne Miteinbezug von anderen demografischen Faktoren unzulässig sind.

Es stellt sich die dringende und schwerwiegende Frage, ob oder welche Anzahl der Personen in der Altersgruppe 80 plus auch ohne Coronapandemie gestorben wäre? Deutschland gibt hier einen ersten Hinweis und zeigt auf, dass ein Zuwachs von 10% der Todesfälle in dieser Altersgruppe eines natürlichen Ursprungs ist. Damit finden wir weitere Hinweise, dass ein Populationsanstieg natürlicherweise zu einem Anstieg der Todesfälle führt. Wenn nun diese Population überdurchschnittlich anwächst (Überalterung der Gesellschaft), dann führt dies unweigerlich zu einer Übersterblichkeit in der Gesamtbevölkerung auch ohne Pandemie, wie dies zur Zeit in Deutschland zu beobachten ist.

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