Absolut oder Relativ

aus beiden lassen sich Schlagzeilen zimmern.

Wie die gewandte Leserin bereits erkannt hat, betrachten wir auf unserer Seite nur absolute Zahlen. Zudem betreiben wir auch nur mit diesen die einfachen statistischen Analysen. Ausgenommen ist Seite 1, auf welcher wir die Summe der Todesfälle als Prozent des fünf Jahresdurchschnitts angeben. Was wir auch alle feststellen durften ist, dass es in allen von uns betrachteten Ländern im Jahre 2020 eine statistisch signifikante Abweichung der Todesfälle vom fünf Jahresdurchschnitt gab (ausgenommen ist Deutschland, Stand 17.01.2021). Nun das mag für die absoluten Zahlen zutreffen, jedoch wie sieht es mit den relativen Zahlen aus? Bitte merken Sie sich, dass beides korrekte, zulässige und gültige Zahlenwerte sind. Jedoch stellt sich die Frage, welche Schlüsse man daraus zieht? Denn genau dort liegt der Hase im Pfeffer.

Wenn wir die absoluten Zahlen betrachten dann sind im Coronajahr 2020 signifikant mehr Personen gestorben als im fünf Jahresdurchschnitt.

Wenn wir die relativen Zahlen betrachten, dann gibt uns dies einen Einblick, wie viele Personen gestorben sind pro 100’000 Einwohner oder pro Gesamtpopulation. Dies macht durchaus Sinn, denn wie wir bereits aus der Folge Mortalität wissen, hat die grösse einer Population einen direkten Einfluss auf die Anzahl der Todesfälle. (s. Grafik unten: Sterbeziffer)

Todesfälle: Anzahl, Sterbeziffer. Quelle

In diesem Beitrag haben wir festgehalten, dass je grösser eine Population, desto höher die absoluten Todesfälle (Grafik oben: Anzahl). Somit sind unterdurchschnittliche Anzahl Todesfälle bei anhaltendem Bevölkerungswachstum unnatürlich.

Nach etwas Recherche haben wir die folgenden relativen Daten der Schweiz entdeckt. Auf dieser Homepage finden Sie noch weitere Analysen zu Deutschland, Schweiz, Österreich uvm.

In dieser Analyse wurde die relative Sterblichkeit pro Population berechnet. Somit wurden die Anzahl Todesfälle bis und mit Woche 52 (2020) durch die Populationsgrösse der entsprechenden Altersgruppe dividiert. Sie erhalten einen Überblick in welchen Jahren die relative Sterblichkeit pro Altersgruppe höher oder tiefer liegt. Oder kurz, Sie erkennen welche Jahre tödlicher/letaler für eine spezifische Altersgruppe sind.

Im Jahre 2020 ist die relative Sterblichkeit erst ab 70 Jahren erhöht. Zudem verstehen Sie auch, dass es ähnlich tödliche Jahre gab wie 2020. Das Jahr 2015 war zum Beispiel vergleichbar letal wie das Jahr 2020. Weil nun aber die Bevölkerung in den vergangenen fünf Jahren, in genau diesen Altersgruppen bis zu 20% zugenommen hat, registrieren wir eine absolute Übersterblichkeit in diesen Altersgruppen.

Sie sehen also, es gibt keinen Widerspruch in der Mathematik und es ist nicht so schwierig. Eine aufmerksame Zuhörerin weiss das Eine vom Anderen zu unterscheiden und hat die Weisheit daraus die richtigen Aussagen und Schlüsse zu ziehen.

PS: Stellen Sie sich vor, Sie erhalten 0.25% Zins für Ihr Sparkonto. Wenn Sie darauf 100 Franken haben, erhalten Sie 25 Rappen. Wenn Sie darauf 100’000 Franken haben, erhalten Sie 250 Franken. Relativ ist der Zins derselbe, aber bei den Absoluten Zahlen gibt es einen Unterschied.

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